Befunderhebung

Die ergotherapeutische Befundung besteht aus mehreren Säulen, die nur im Gesamten ein zuverlässiges Ergebnis liefern.

 

Einen großen Teil nimmt hier die Befragung des Kindes und der Eltern über den Alltag der Familie ein. Welche Stärken und Schwächen hat das Kind? Gibt es Schwierigkeiten in Schule/Kindergarten? Was möchte/muss das Kind besser können? Wie war der bisherige Lebensverlauf? Welche Wünsche und Erwartungen gibt es an die Ergotherapie? ...

 

So werden gemeinsam Therapieziele ermittelt und messbar gemacht. D.h. es wird überprüfbar gemacht, ob und wie sehr das Therapieziel am Ende der Therapie erreicht werden konnte. Das geschieht mit dem COPM (Canadian Occupational Performance Messure), einem in der Ergotherapie bewährten und standardisierten Messinstrument, das die Alltagsziele des Klienten in den Mittelpunkt stellt. Das Kind/seine Eltern können also selbst bestimmen, was sie verändern wollen und sich damit aktiv an der Therapie beteiligen. 

 

Je nach Alter und Diagnose können neben dem COPM  weitere standardisierte und nichtstandardisierte Befundungsmethoden zum Einsatz kommen. Dazu zählen Qualitätsbeobachtungen, Tests und Entwicklungsskalen die sich an den jeweiligen Diagnoseleitlinien orientieren.

 

Häufig ist es sinnvoll, weitere Personen des Umfelds des Kindes zu befragen, wie sie das Kind erleben und wo sie Stärken und Schwächen sehen. So können etwa Lehrer*nnen und Kindergartenpädagog*nnen, die den Alltag des Kindes miterleben, in die Therapie miteinbezogen werden und ein Austausch mit Kolleg*nnen anderer Berufsgruppen unterstützt das Kind zusätzlich. Dies passiert allerdings nur mit dem Einverständnis der Erziehungsberechtigten, da Ergotherapeut*nnen der Schweigepflicht unterstehen. 

 

Gibt es bereits Befunde aus vorangegangenen Untersuchungen wie z.B. einer Entwicklungsdiagnostik, bitte ich die Eltern, diese mitzubringen, denn das Studium dieser Berichte ergibt eine weitere Säule der Befundung. 

 

Organisatorisch ist zu sagen, dass sich nach der ersten Befundungseinheit die Ergotherapeutin einen groben Überblick über das Therapiekind verschaffen kann, für eine gründliche Abklärung sind jedoch zumindest zwei bis drei Einheiten notwendig.

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© Ergotherapie Maria Wolf 2016